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Veröffentlicht am 30.03.2019

Skoda Mlada Boleslav

Zu Besuch bei Skoda: Willkommen in Mlada Boleslav!

Waren Sie als begeisterter Skoda-Fan schon mal Mlada Boleslav? Nein? Dann nix wie hin. Die Stadt ist eine Reise wert, und das neue Skoda-Museum ein echtes Highlight. Nebenbei bietet sich eine Werksbesichtigung an, um mal life zu sehen, wie der automobile Liebling der Familie hier auf die Räder gestellt wird. Und auf dem Rückweg können Sie natürlich noch einen Abstecher übers traumhafte Prag machen.

Okay, erst mal Mlada Boleslav. Liegt in der mittelböhmischen Region am Flüsschen Jizera nordöstlich von Prag, hat gut 44.000 Einwohner und schon seit 1334 das Stadtrecht. Es hat ein hübsches historisches Stadtzentrum, und Sie können auch einen schönen Ausflug zur Ruine der gotischen Burg unternehmen. Deren schiefer Turm, Putna genannt, ist zwar, nun ja, nicht so bekannt wie sein italienischer Kollege in Pisa, hat jedoch einen ähnlich beeindruckenden Neigungswinkel.

In Innenräumen der ziemlich gewaltigen Burg, die bereits in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erbaut wurde, gibt es reizvolle Ausstellungen. Und die älteste Stadtgeschichte wird im mittelalterlichen Stadtpalast Templ präsentiert, wo es für ihre Kids auch einen archäologischen Spielplatz gibt. Der spätgotische Palast, um 1490 als Sitz des Hauptmanns des Boleslav-Guts erbaut, ist jedenfalls ein Prachtstück der jagellonischen Gotik, sagen uns die Profis.

Ganz nett ist auch der Altstädterring, umrahmt von der malerischen Laube und der sogenannte Metallweg mit originellen audiovisuellen Tafeln aus der Schmiedewerkstatt von David Szalay. Sehr imposant: Die große Kirche der Himmelfahrt der heiligen Maria. Unbedingt ansehen. Apropos: Mlada Boleslav herrlich von oben gibt es vom Aussichtsturm des alten, prunkvollen Renaissance-Rathauses (1554). Und wenn Sie jetzt noch mehr wissen wollen, einfach mal die Touristinformation anrufen oder im Netz kontaktieren (Tel. +420 326 322 173 oder www.mladaboleslavsko.eu). Klar, alles auch auf oder in Deutsch.

Inzwischen Hunger vom vielen Herumspazieren? Kein Problem, Skodas Heimatstadt hat tolle Restaurants. Nummer eins ist das »MG Restaurace« mit einem coolen Mix aus traditioneller tschechischer und moderner Küche (Bezdecin 136, 29301 Mlada Boleslav). Oder lieber Kaffee und Kuchen? Dann ab ins Café »Skoda Nezajit«, das nur einen Steinwurf vom Stadtpalast entfernt ist. Hat nicht nur den passenden Namen, sondern auch hausgemachte Eisspezialitäten, unglaublich leckere Törtchen und viel Kunst an den Wänden. Vielleicht machen Sie jetzt ja noch einen Abstecher zum feinen Flugzeugmuseum am Stadtrand (www.letecke-muzeum-metodeje-vlacha.cz), das übrigens auch ein kleines Restaurant hat. Und viele tolle Exponate, die sogar noch fliegen. Richtig, die Tschechen haben auch mal tolle Flugzeuge gebaut. Und an den Wochenenden (Termine auf der Website), können ihre Sprößlinge dort draußen Modellflugzeuge zum Mitnehmen basteln.

So, jetzt wissen Sie erst einmal, dass Mlada Boleslav generell einen Abstecher wert ist, nun geht’s zu Skoda. Vielleicht gleich ins feine, komplett neu konzipierte Museum, das Schaufenster der Automarke mit dem gefiederten grünen Pfeil. Eine multimediale Erlebniswelt, Zeitreise durch 117 Jahre Unternehmensgeschichte. Historische Fahrzeuge (von der Staatskarosse bis zum Rennwagen), Technik-Galerie, Filme, Fotos, Zeitzeugen und Dokumente. Und keine Angst, auch hier werden Sie nicht verhungern, weil die Tschechen an ein Café-Restaurant («VACLAV«) gedacht haben. Und an einen Kinderbereich, in dem sich die Zwerge auf Skoda-Entdeckungstour begeben und auf einem Bobbycar erste Erfahrungen als Rennpiloten sammeln können. Das Haus gehört übrigens zu einem über hundert Jahre alten Skoda-Fabrikkomplex, der in den Jahren 1898 bis 1912 zur Motorenproduktion genutzt wurde. Zentral gelegen an der Vaclav Klement-Straβe zwischen Werk und Stadt.

Neuerdings offeriert das Museum auch virtuelle Erlebnistouren. Rund um die Uhr und von jedem Ort der Welt aus kann man die Ausstellung im Detail erkunden und sich virtuell sogar hinters Steuer ausgewählter Skoda-Klassiker setzen. Also mal eben von zu Hause aus durch das Museum streifen, sich in ausgewählten Exponaten virtuell ans Steuer setzen. Zum Beispiel im ersten Automobil des tschechischen Herstellers, der Voiturette A der Gründerväter Laurin und Klement. Auch weitere legendäre Fahrzeuge wie der L&K-Skoda 110, der 860, der Superb 4000 oder das 1101 »Tudor«-Cabriolet bieten diese Perspektive.

Noch ein paar Highlights des Hauses? Da wäre zum Beispiel der legendäre Rennwagen 966 aus dem Jahr 1950, originalgetreu restauriert, zu seiner Zeit das schnellste Automobil der Tschechoslowakei. Nur drei Exemplare wurden gebaut, das hier war bis 1962 auf der Rennstrecke im Einsatz. Mit 180 PS fast 200 km/h schnell. Auch reizvoll: der offene, nur 550 Kilo schwere 1100 OHC-Bolide von 1958 und ein Skoda 1000 MB Rally von 1968. Beide natürlich jederzeit fahrbereit und noch bei großen Oldtimer-Rallyes im Einsatz.

Überhaupt, der 1000 MB, das erste Großserien-Auto aus tschechischer Produktion. Kompakte 4,17 Meter lang, mit Motoren von 37 bis später 43 PS bis zu 120 km/h schnell. Ein Hecktriebler und ein Exportschlager, seine Modellbezeichnung setzte sich aus dem Hubraum von 1.000 cm3 und dem Kürzel MB zusammen, das auf die Produktion in Mladá Boleslav verweist. Gelernte Ex-DDR-Bürger wissen das noch. Ein ganz verrücktes Exponat ist übrigens der monumentale, 450 PS starke, zwölfzylindrige Flugzeugmotor aus dem Jahr 1926. Das in Lizenz gebaute 24,4-Liter-Lorraine-Dietrich-Triebwerk wurde in Mlada Boleslav in einer Serie von 50 Exemplaren gebaut. Skoda, damals noch als Laurin & Klement, stellte bereits seit 1909 Flugzeugtriebwerke her.

Die hochwertigen Flugzeugmotoren aus Mlada Boleslav kamen beispielsweise in den tschechischen Flugzeugen Letov Š-12 und ŠB-16 zum Einsatz. Einmotorige, leichte Doppeldecker. Müssen Sie nicht unbedingt kennen, aber sogar im Ausland waren die Dinger gefragt, sie wurden damals zum Beispiel nach Lettland, Jugoslawien oder in die Türkei exportiert. Ein lukrativer Werbegag war da der Fernflug von Oberstleutnant Jaroslav Skála nebst Mechaniker Matej Taufer, die 1927 mit einer Letov Š-16 von Prag nach Tokio düsten.

Bliebe noch unbedingt zu erwähnen, dass Sie den Besuch des Skoda-Museums gern mit einer Besichtigung des Skoda-Werks in Mlada Boleslav kombinieren können. Die Werksbesichtigungen werden von montags bis freitags in der Zeit von 9 bis 17 Uhr angeboten, allerdings nur für Personen ab 12 Jahre. Mit Ihrem eigenen Auto, da die Wege zwischen den Produktionsanlagen sonst schlicht zu weit sind, um sie zu Fuß zu erreichen. Und klar, für die Werksbesichtigung steht Ihnen ein kundiger Begleiter zur Verfügung. Zum Buchen einfach den Besucherdienst des Museums anrufen. Telefon: 00420 / 326 / 831 1-34 oder -35 oder -37. Keine Sorge, man spricht deutsch. Dann viel Spaß, und zur Einstimmung können Sie ja vorher mal bei Koch Automobile hereinschauen, vielleicht sogar für eine Probefahrt. Die aktuellen Modelle der Marke warten auf Sie.