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Veröffentlicht am 30.11.2019

CITIGO CITIGOe iV
CITIGO CITIGOe iV

Skoda’s macht E-Ernst mitdem Citigo e iV

Skodas Citigo haben Sie garantiert schon irgendwo gesehen. Der ist ja schon als Benziner ein smart komprimierter Flitzer mit nur 3,60 Metern Außenlänge und einem Wendekreis von schön handlichen 9,80 Metern. Also in der Großstadt fast immer Parkplatzkönig (da werden die herumkreisenden SUV-Dickschiffe immer ein bisschen neidisch) und mit seinen zackigen Reaktionen ein ideales Fluchtauto. Einer von diesen Minis, die drinnen so unglaublich geräumig sind, dass sie in beiden Sitzreihen notfalls auch für 1,90-Meter-Menschen passen und ganz hinten dank 250 Liter Ladevolumen noch Platz für den großen Wochenendeinkauf oder zwei Klappfahrräder hätten. Mit umgelegten Rücksitzlehnen bieten sie sich sogar für spontane IKEA-Einkäufe an. Glauben Sie nicht? Einfach mal reinsetzen.

Der freundlich und unaufgeregt gestylte, viersitzige Tscheche passt in jeden Haushalt, zumal er einem, was den Verbrauch und sonstige Kosten betrifft, nicht gleich an den Bettelstab bringt. Und jetzt kommt er uns sogar als vollelektrisches Modell e iV («innovativ Vehicle«), was ihn im Extremfall sogar zum veganen Shuttle für »Fridays for Future«-Demos qualifizieren würde, falls Ihre Kids da entsprechende Ambitionen haben. Er soll mit seiner Lithium-Ionen-Batterie (36,8 kWh Kapazität), die sich mit nur 30 Zentimetern Höhe im Unterboden flach macht, bis zu 260 Kilometer fahren. Flüsterleise natürlich, wenn wir mal vom Säuseln des Fahrtwinds und dem ganz leisen Schmirgeln der Reifen absehen.

Den Stromer, der übrigens im Skoda-Werk Bratislava gebaut wird, gibt es ab 20.950 Euro, und da dürfen Sie natürlich noch die hübschen Förderungssummen für E-Autos abziehen, die in diesem Fall bald von 4000 auf 6000 Euro klettern. Und wer den Citigo vielleicht sogar als Dienstwagen nutzt, muss seit Jahresbeginn nur 0,5 Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, bei Verbrennern sind es 1 Prozent. Lohnt sich. Und Leasen lässt sich Skodas neuer Stromer übrigens auch. Aktuell kriegen Sie ihn für sehr schlanke 145 Euro pro Monat bei 36 Monaten Laufzeit und einer Jahresfahrleistung von 10.000 Kilometern. Super Angebot. Mehr Schnäppchen geht nicht.

Seine Erkennungszeichen? Der skodatypische Kühlergrill (hier geschlossen, weil er keinen Verbrenner-Motor mehr kühlen muss) ist schick in Wagenfarbe lackiert, generell inklusive sind Nebelscheinwerfer und LED-Tagfahrlicht. Die silberfarbenen, 16 Zoll großen Aluräder gibt es für 730 Euro Aufpreis, die Citigo e iV-Basisversion Ambition hat nämlich nur Stahlfüße. Im Innenraum sehen wir ein verfeinertes Armaturenbrett, zur Serienausstattung zählen elektrische Fensterheber, die Climatronic, das Radio »Swing« und oben auf dem Cockpit die praktische Smartphone-Dockingstation Move&Fun für die komplette Vernetzung.

Mit der gleichnamigen App kann unser Mobiltelefon dann zum Beispiel als zusätzliche Anzeige für Fahrzeugdaten, zur musikalischen Streamerei oder als Navi (Stichwort Google Maps) genutzt werden. Über die App ist auch die Klimaanlage per Fernzugriff erreichbar, ideal zum wärmenden Vorheizen (jetzt im Winter) oder Herunterkühlen (im nächsten Hitze-Sommer), praktischerweise wenn der Kleine noch am häuslichen Ladekabel hängt. Sie zeigt uns auch gern den Ladezustand des Akkus und daraus resultierend die aktuell mögliche elektrische Reichweite des Autos. Und klar, eine Telefonfreisprecheinrichtung, einen SD-Karten-Slot und einen USB-Anschluss gibt es für den Tschechen auch.

In der 1400 Euro teueren Style-Ausstattung offeriert der Kleine eine stimmungsvolle Ambientebeleuchtung am Armaturenbrett, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, ansehnliche schwarze Aluräder, ein Multifunktionslederlenkrad (das mit den Knöpfchen für alles mögliche) und höhenverstellbare Vordersitze (Stoffbezüge). Ein »Funktionspaket 1« addiert dazu den Multimediahalter, den Mini-Mülleimer und die sortierenden Netzhalter im Kofferraum. Gegen zusätzliche 390 Euro gibt es ein »Komfortpaket« mit beheizbaren Vordersitzen, vier Lautsprechern extra und Einparkpiepsern hinten, die man nicht braucht, weil der Tscheche wunderbar übersichtlich ist. Und »Komfort Plus« für 740 Euro bietet Angenehmes wie eine Frontscheibenheizung, Licht- und Regensensoren oder das Abbiegelicht für die Nebelscheinwerfer. Wer will, bekommt gegen Aufpreis auch einen verstellbaren Kofferraumboden, den Tempomaten und tarnendes Sunset-Glas für die hinteren Scheiben. Weitere Details können Sie bequem auf Skodas Website inhalieren.

Genug erzählt, rein in den Flitzer. Dank seiner vier großen Türen ist der Einstieg bequem, und die für ein Auto dieser Klasse großflächigen Vordersitze, die selbst unsereins (1,95 Meter) bis zu den Schultern reichen, gefallen erst recht. Okay, kurzer Dreh am Zündschlüssel (der zündet nix, hat aber die gängige Form), los geht’s. Holla, trotz seiner 1238 Kilo Lebendgewicht geht der frontgetriebene Kurze ab wie ein Golf GTI. Null bis Tempo 60 ohne quietschende Reifen in glaubhaften 4,9 Sekunden, unsere Nebenleute in den schwereren Kutschen wirkten an den Ampel jedenfalls ziemlich überrascht. Kein Wunder bei einem Drehmoment von 212 Newtonmetern, das, ganz typisch Elektromotor, in Nullkommanichts zuschlägt. Und wenn Sie es wissen wollen: Bis Tempo Hundert dauert es laut Skoda 12,3 Sekunden, und die künstlich begrenzte Höchstgeschwindigkeit liegt bei 130 km/h.

Auch okay, aber rasen lassen wir die anderen, zumal die Stärken des Citigo, das wird schnell klar, eben mehr in der City und deren direkter Umgebung liegen. Dort kann sich der Kleine schließlich per in vier Stufen einstellbarer Rekuperation mit jeder (hier natürlich häufigeren) Ausrollerei ein bisschen Energie zurückholen. Funktioniert easy: Fahrstufen-Wählhebel nach links für die Stufen eins bis drei oder in Position »B« zur Stufe vier. Bei den letzteren leuchtet dann auch das Bremslicht, da bremst der e-up schön kalkulierbar bis zum Stand und wird so gewissermaßen zum Ein-Pedal-Auto. Das kennen die E-Profis. Wir waren meist in den Stufen 2 und 3 unterwegs.

Als Belohnung für unsere insgesamt relaxte Fahrweise erfreute uns die Momentanverbrauchsanzeige mit Werten zwischen 12 und 14 kWh pro 100 Kilometer. Außerhalb der Stadtgrenzen waren es auch mal bis zu 16 kWh. Skoda verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 12,8 kWh, das ist also nicht weit weg vom wahren Leben. Wobei wir die meiste Zeit im normalen Eco-Modus unterwegs waren, denn der beim Stromverbrauch noch mehr knausernde Eco+-Modus — maximal 40 statt 60 kW Leistung, weniger Heizungsleistung — war uns bei fast winterlichen Temperaturen um 9 Grad schlicht zu ungemütlich.

In der Stadt oder auf einer kurvenreichen Landstraße zeigt der Citigo  auch mal gern, was so ein sehr, sehr tiefer Schwerpunkt (richtig, die 248 Kilo schwere Batterie zwischen den Achsen im Wagenboden) so alles bewirkt. Fegt bei Bedarf wie ein Irrwisch um die Ecken, liegt satt auf der Piste wie ein Großer. »Gute Querdynamik«, heißt das im Deutsch der tschechischen Fahrwerksprofis. Apropos: Als aufpassende Fahrerhilfe hat der Citigo e iV übrigens nicht nur den City-Notbremsassistenten, sondern auch einen wachsamen Spurhalter, der sich natürlich auch abschalten lässt.

Beim abschließenden Einparken erfreut uns wieder diese nette Übersichtlichkeit. Und wer zum Beispiel von einem Diesel umgestiegen ist, der wird nach einer längeren Tour merken, dass er gerade ziemlich entspannt ist, weil es unterwegs so ungewohnt ruhig war. Kein Dröhnen und Piepen in den Ohren. Nichts. Wind-, Abroll- und Antriebsgeräusche gehen im Citigo e iV nämlich gefühlt gegen Null. Und auch die penible Verarbeitungsqualität des Autos muss noch gelobt werden, aber da spielt Skoda ja mittlerweile ohnehin ganz vorn mit, das zeigen uns alle aktuellen Vergleichstests.

Wie es mit dem Aufladen des Stromers aussieht? An der normalen Haushaltssteckdose (2,3 kW) dauert Volladen laut Skoda bis zu 12,5  Stunden, das zieht sich. Geht aber bequem über Nacht. Mit einer AC-Wallbox, vielleicht in der eigenen Garage, funktioniert das in gut vier Stunden, in denen der Akku dann zu 80 Prozent gefüllt ist. Und an einer DC-Schnellladesäule steht dieser Citigo rund eine Stunde (80 Prozent), mehr als 40 kW kann er nicht ziehen. Da könnte die Kaffeepause auf der Autobahn auch ein ausführliches Picknick werden oder wir spielen mit den Kids noch eine Runde »Mensch ärgere Dich nicht«. Apropos: Für den CCS-Schnellladeanschluss (Combo 2-Stecker) verlangt Skoda in der Basisausstattung Ambition 590 Euro Aufpreis. Da empfiehlt sich Style-Version, die hat das bereits inklusive.

Bliebe noch zu erwähnen, dass der Citigo-Fahrer nach einem Rechenexempel von Skoda mit 4 Euro pro 100 Kilometer über die Runden kommen soll, wenn er das Auto nur zu Hause lädt. Bei einem Durchschnittstarif von 30 Cent pro Kilowattstunde. Klingt toll, müsste man mal länger testen, dafür war unsere erste Tour zu kurz. Nach unserer, noch etwas groben Hochrechnung sollte der Kleine mit einer Batterieladung aber locker zwischen 160 und gut 200 Kilometer weit kommen, je nach Fahrstil, Temperatur, dem Einsatz der Klimaanlage und so weiter. »Ich bin mit dem Auto in Berlin rund 300 Kilometer elektrisch gefahren«, schwört uns ein Skoda-Techniker. Klar die City ist das Lieblings-Terrain dieses Stromers, da kann er sich, wie erwähnt, eben andauernd im Schiebebetrieb und beim Bremsen die kinetische Energie zurückholen und so die Batterie laden (genau, Rekuperation). »Grüner wird’s nicht, außer beim Lack«, wirbt Skoda witzig. Stimmt.

Ob wir den elektrischen Citigo empfehlen würden? Klares Ja. Nur, ehrlicherweise: Da gibt es ja noch die optisch etwas unterschiedlichen, aber sonst fast baugleichen Brüder des Citigo, die genauso weit elektrisch fahren. Die heißen VW e-up (ab 21.975 Euro) und Seat Mii electric (ab 20.659 Euro), und da fällt Entscheidung dann am Ende schwer, zumal die Ausstattungen des Trios nicht identisch sind. Der VW ist aus Prinzip einen Tick teurer, uns gefällt eben gerade der Skoda, zumal der diese typischen Simply-Clever-Gimmicks hat. Den coolen Getränkehalter, den Ticket-Klemmer an der Windschutzscheibe oder den ausklappbaren Taschenhalter am Handschuhfachgriff.

Wann denn der schon bestellbare Citigo e iV bei den deutschen Skoda-Händlern ist? Rechnen Sie mal mit Januar. Einfach mal bei Koch Automobile vorbeischauen, da werden Sie ohnehin gut beraten. Und machen Sie sich mal keine Sorgen über die neue Technik: Natürlich reduziert so ein Elektromotor auch den Service- und Wartungsbedarf des Autos, und auf die Batterie leistet Skoda eine Garantie von acht Jahren oder einer Laufleistung von 160.000 Kilometern. Inzwischen gibt es Elektroautos, die schon mehrere Hunderttausend Kilometer klaglos gelaufen sind.

Übrigens: Fortsetzung folgt, als nächstes berichten wir über unsere ersten Erfahrungen mit dem Skoda Superb iV, der als Plug-in-Hybrid einen sparsamen Benziner mit einem Elektroantrieb schlau kombiniert.

Angaben gemäß Pkw-EnVKV

S60D3

Skoda Citigo-e iV 61kW (83 PS)

  • CO2-Emissionen: 0 g/km
  • CO2-Effizienzklasse: A+

Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist. Abbildung ähnlich und zeigt gegebenenfalls abweichende Sonderausstattung.