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Veröffentlicht am 24.03.2015

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16.02.2015: kfz-betrieb online | Die großen Autohändler: Koch-Gruppe

– Unter dieser Überschrift veröffentlichte das renommierte Branchenmagazin kfz-betrieb online ein umfangreiches Interview mit Thomas Koch: Das Familienunternehmen hat ein wirkungsvolles Rezept gefunden, wie es selbst in einem Haifischbecken wie der deutschen Hauptstadt nicht gefressen wird: Es paart eine engen regionale Vernetzung mit einer strikten Kostenkontrolle und auf Effizienz ausgelegte Prozesse.

Wenn Thomas Koch, Vorstandsvorsitzender der Berliner Koch Automobile AG, das Jahr 2014 Revue passieren lässt, ist er selbst überrascht, dass es so positiv verlaufen ist: „In allen Geschäftsbereichen haben wir uns entweder auf dem Vorjahresniveau bewegt oder sind gewachsen.“

Besonders stolz ist der Unternehmer auf das Plus von 14 Prozent im Gebrauchtwagengeschäft per Ende des dritten Jahresquartals. Dieses führt der 51Jährige vor allem auf die veränderten Strukturen in seinem Unternehmen zurück. Als wichtigste Maßnahme nennt er dabei die Installation von mindestens einem markenexklusiven Zukäufer für die vier Fabrikate Mazda, Skoda, Volvo und Seat, die die Autohausgruppe vertreibt: „Dank einer engen Vernetzung mit den Verkäufern in den jeweiligen Markenbetrieben wissen sie immer genau, welche Fahrzeuge gerade am Markt gefragt sind“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der familiengeführten Autohausgruppe. Das Ergebnis: Die Standtage sind in diesem Jahr auf unter 70 Tage gesunken und der Ertrag ist in den ersten neun Monaten von 2014 um 25,3 Prozent gestiegen. Im Gesamtjahr rechnet Thomas Koch mit 3.200 verkauften Gebrauchtwagen.

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Auch das Fazit im Neuwagengeschäft, das auf den vier Marken Mazda, Volvo, Skoda und Seat fußt, fällt mit einem Wachstum von 12 Prozent zum Ende des dritten Quartals positiv aus. Die Kündigung des Citroën-Vertriebsvertrags im Jahr 2013 und die Hinzunahme von Seat in zwei Filialen in Marzahn und Zeesen Anfang des Jahres sei genau der richtige Schritt gewesen: „Wir haben uns damit von unserem Minusbringer getrennt und eine Marke mit Wachstumspotenzial neu hinzugenommen“, bemerkt Thomas Koch.

In Euphorie zu verfallen sei jedoch der falsche Weg: „Jetzt muss sich die Marke in unserem Unternehmen konsolidieren.“ Schmunzelnd als unheimlich bezeichnet der Vorstandsvorsitzende von Koch Automobile die Entwicklung des SkodaNeuwagengeschäfts: „Wir sind mit Skoda Jahr für Jahr konstant gewachsen, in den ersten drei Quartalen von 2014 lag das Plus erneut bei neun Prozent.“ Als überraschend bezeichnet Thomas Koch auch das Wachstum von 15 Prozent im Volvo-Neuwagengeschäft, bei dem der Gewerbekundenanteil zwischen 70 bis 80 Prozent liegt. Die Strategie des schwedischen Fabrikats, sich mit seiner neuen Modellgeneration, die Anfang 2015 mit dem Volvo XC 90 startet, höher im Markt zu positionieren, wertet der Unternehmer als vielversprechend: „Volvo hat eine klare Markenbotschaft und grenzt sich deutlich vom deutschen Wettbewerb ab.“ In Kombination mit der sich abzeichnenden vernünftigen Leasingrate stünden die Chancen für das schwedische Fabrikat gut.

Bei der Hauptmarke Mazda, die die KochGruppe in sechs Betrieben vertreibt, sei es in den ersten drei Quartalen mit einem Plus von lediglich drei Prozent indes nicht gelungen, mit dem Wachstum des Leverkusener Importeurs Schritt zu halten. Als Grund dafür nennt der Unternehmer den schon seit Jahren überdurchschnittlich hohen Marktanteil mit Mazda in der Hauptstadt. Als nicht zufriedenstellend bezeichnet Koch vor allem die Renditesituation beim japanischen Fabrikat in seiner Gruppe: Die Planwerte konnten nicht erreicht werden. Es sei nicht gelungen, den deutlichen Rückgang im Servicegeschäft durch das leichte Wachstum im Neuwagengeschäft auszugleichen: Die Autohausgruppe bekomme jetzt die vor zwei Jahren überwundene Delle im Mazda-Neuwagengeschäft zu spüren. Als untragbar wertet Thomas Koch die generelle Ertragssituation im Handel: „Ein Prozent Umsatzrendite ist schlichtweg lächerlich – die Verteilung zwischen Risiko und Ertrag ist nicht gerecht. Mit den gängigen Margensystemen verdienen die Betriebe zu wenig und durch die prinzipiell nachvollziehbare Einführung neuer Standards wird dem Handel zusätzlich Liquidität entzogen“, bedauert er. Die Berliner Autohausgruppe selbst vertritt gleich vier Fabrikate, in denen aktuell die Außen- und Innen-CI geändert wird: „Unter dem Strich müssen wir für unsere 21 Filialen deutlich über eine Million Euro investieren“, unterstreicht er.
Als Konsequenz will Thomas Koch in den kommenden Monaten seine Unternehmensstrukturen noch weiter straffen – auch personell. Dabei geht es dem  Vorstandsvorsitzenden vor allem darum, die Mitarbeiter effizienter im Unternehmen einzusetzen – weg von übergeordneten Abteilungen hin zu einer direkten Markenzuordnung: „Wir werden jede einzelne Kostenposition auf den Prüfstand stellen, auch wenn es sich größtenteils nur um leichte Korrekturen handelt. Es ist der bunte Blumenstrauß an Maßnahmen, der unter dem Strich den Ertrag steigert“, ist sich Thomas Koch sicher. Als Beispiel nennt er eine veränderte Vorführwagenbeklebung, die der Autohausgruppe eine Ersparnis von 15.000 Euro gebracht hätte.

‏- Zahlen, Fakten und Informationen zur Koch Automobile AG finden Sie hier.

Schon seit mehreren Jahren setzt der Unternehmer zudem auf Händlerkooperationen, um Synergien bestmöglich zu schöpfen: Mit 21 SkodaHändlern in und um Berlin hatte er zum Beispiel eine Werbegemeinschaft gegründet, um den Intrabrandwettbewerb einzudämmen und mit überschaubaren finanziellen Mitteln die mediale Aufmerksamkeit in der Hauptstadt zu erhöhen. Ein Erfolgsmodell, das immer mehr Nachahmer findet. Doch die KochGruppe spart nicht nur Kosten ein, sondern investiert, wo sie es für sinnvoll hält, auch kräftig. Das ist vor allem bei der Entwicklung der Mitarbeiter der Fall, die Thomas Koch als wichtigstes Kapital bezeichnet.
In der neu gegründeten KochAkademie hat das Autohaus alle Weiterbildungsmaßnahmen für seine Mitarbeiter zusammengefasst. Als Grund für die Gründung der Akademie nennt der Unternehmer den Trend von immer mehr Herstellern und Importeuren, auf webbasierte Schulungen zu setzen. Mit zentralen Präsenzschulungen, die Thomas Koch für deutlich effektiver hält, will die Autohausgruppe dem gegensteuern. Die eigens dafür engagierte Trainerin soll verstärkt auch sogenannte weiche Themen wie Kommunikation oder Stimmbildung schulen.

Auch an ihrem regen Engagement in Kinderhilfswerken und Vereinen sowie an den unterschiedlichen Förderungsmaßnahmen für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region will die Autohausgruppe nicht rütteln, zumal Thomas Koch geschicktes Netzwerken als wesentlichen Erfolgsfaktor des Unternehmens nennt.

Ein überregionales Wachstum wie in der Vergangenheit strebt die KochGruppe nicht mehr an, auch in ihrem angestammtes Marktgebiet in Berlin und Brandenburg sind vorerst keine weiteren Betriebsübernahmen geplant. Vielmehr will sie organisch wachsen. Vor allem ihr Gebrauchtwagengeschäft will die Autohausgruppe intensivieren: Erklärtes Ziel ist es, die Standtage auf 60 zu reduzieren und weiter an der Ertragsschraube zu drehen.
Was die Zukunft seines Unternehmens angeht, ist Thomas Koch in der glücklichen Lage, mit seiner Tochter Jenny eine hochqualifizierte Nachfolgerin gefunden zu haben. Zum Ende dieses Jahres soll sie in den Vorstand aufrücken. Die 29Jährige verantwortet schon seit einiger Zeit das Händlergeschäft, leitet drei Center der Autohausgruppe und ist für die Ausbildung im Unternehmen zuständig. In letzterer Funktion nahm sie kürzlich für die KochGruppe eine Auszeichnung der Berliner Industrie- und Handelskammer entgegen – für eine besonders engagierte Nachwuchsbildung und einen hohen Ausbildungsstandard. Die Tatsache, dass sie zudem jüngst in den Vorstand des Marzahner Hellersdorfer Wirtschaftskreis gewählt worden war, wo sie sich vor allem dafür einsetzen will, junge Menschen auf eine Ausbildung vorzubereiten, zeigt, dass sie das „NetzwerkGen“ von ihrem Vater geerbt hat.

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Die Koch Automobile AG als eines der größten Automobilhandelsunternehmen der Region Berlin-Brandenburg ist seit über 20 Jahren an derzeit 9 Standorten mit den Marken Mazda, Volvo, Skoda, Citroen und SEAT erfolgreich.