NEWS
& INFORMATIONEN

Veröffentlicht am 18.03.2015

JennyKoch-g

März 2015: „Die Hellersdorfer“ | Azubis in der Koch-Familie halten

Jenny Koch, Ausbildungsverantwortliche der Koch Automobile AG, im Interview

Seit es die Koch Automobile AG gibt, setzt sich das Unternehmen auch in hohem Maße für die Nachwuchsförderung ein. Dieses Engagement und die Qualität der Ausbildung in den insgesamt neun Autohäusern wurden wiederholt mit Preisen bedacht. Vergangenes Jahr etwa wählte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin die Koch-Gruppe unter die zehn besten Ausbildungsbetriebe der Stadt. Auch der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) kürte das Unternehmen mehrfach zum besten Ausbildungsbetrieb der Region – zuletzt 2014.

Betreut werden bei Koch derzeit etwa 50 Lehrlinge. Unter ihnen sind künftige Kfz-Mechatroniker/innen, Automobilkauffrauen/-männer, Fachkräfte für Lagerlogistik, Kauffrauen/-männer für Büromanagement und Fachinformatiker/innen.

Seit fünf Jahren liegt die Ausbildung des Branchennachwuchses in den Händen von Vorstandsmitglied Jenny Koch. Im Interview spricht die 30-Jährige über Fachkräftesicherung, Motivationsstrategien und gesellschaftliche Verantwortung. Dabei verrät sie auch, worauf Bewerber achten sollten und warum sie bei jungen Leuten mitunter ein Auge zudrückt.

Unternehmen fällt es zunehmend schwerer, Ausbildungsplätze zu besetzen. Ihrem auch?

Auch wir beobachten, dass einerseits die Zahl der Bewerbungen in den letzten Jahren zurückgegangen ist und andererseits viele Jugendliche nach der Schulzeit noch nicht reif für eine Ausbildung sind. Glücklicherweise bilden wir in nachgefragten Berufen aus. Aber das allein reicht nicht aus. Ein Unternehmen muss heutzutage für junge Menschen attraktiv sein.

Wie attraktiv ist denn die Koch Automobile AG?

Wir haben hier ein tolles Betriebsklima und legen größten Wert auf eine intensive Betreuung der Azubis. Dazu gehören immer auch motivierte Ausbildungsbeauftragte, die individuell auf die Lehrlinge eingehen und ein Ohr für deren Belange haben. Außerdem schaffen wir zusätzliche Anreize, indem wir den jungen Leuten beispielsweise Gelegenheit geben, Auslandserfahrungen zu sammeln. Letztes Jahr waren vier unserer Lehrlinge im Rahmen des EU-geförderten Leonardo-da-Vinci-Programms für drei Wochen in England. Dieses Jahr geht es nach Spanien. Zu unseren außerbetrieblichen Angeboten gehören auch Unternehmungen wie die jährlichen Azubi-Fahrten. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass sich die Lehrlinge unserer Autohäuser kennenlernen und voneinander lernen.

Wie stehen die Chancen, später übernommen zu werden?

Gerade in den letzten Jahren konnten wir die Übernahmequote steigern. Im kaufmännischen Bereich etwa liegt sie bei rund 70 Prozent. Es ist einfach toll, bei der Besetzung neuer Stellen auf den eigenen Azubi-Pool zurückzugreifen. Und selbst wenn gerade kein Bedarf besteht, lässt man gute Leute ungern gehen. Wir schauen dann, in welchem Bereich wir den Ausgelernten erst einmal einbinden können, damit er der Koch-Familie erhalten bleibt.

Sie setzen also auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen.

Absolut. Fachkräftesicherung trägt nun mal maßgeblich zum Erfolg eines Unternehmens bei. Wir haben fast 300 Mitarbeiter, davon auch ältere, die bald in Rente gehen. Freiwerdende Stellen besetzen wir natürlich sehr gern mit dem eigenen Nachwuchs – vertraut mit den Strukturen und der Firmenphilosophie.

Wie gut muss ein Bewerbungszeugnis sein?

Wir schauen bei Schulabgängern nicht nur aufs Abschlusszeugnis, sehen uns da auch in der sozialen Verantwortung. Außerdem können Wissenslücken durchaus mit Förderprogrammen und Workshops ausgeglichen werden. Sobald sich abzeichnet, dass einer unserer Azubis Probleme in der Schule hat, organisieren wir Nachhilfe.

Wenn Schulnoten allein nicht ausschlaggebend sind, worauf achten Sie dann?

Ganz unwichtig sind Noten nicht. Für eine Ausbildung im Service oder im kaufmännischen Bereich braucht es schon gute Deutschkenntnisse. Künftigen Kfz-Mechatronikern hingegen hilft ein Faible fürs Automobil und das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik und Mathe. Unentschuldigte Fehltage auf dem Zeugnis fallen negativ auf. Ist ein Bewerbungsschreiben in der Form nicht besonders gelungen, bedeutet das aber nicht gleich eine Absage. Häufig lade ich trotzdem zum Gespräch ein.

Das kostet doch Zeit.

Und die nehme ich mir. Ein ausführliches Vorstellungsgespräch ermöglicht einen genaueren Eindruck vom Bewerber. Und auch wenn es nicht passen sollte, finde ich es wichtig, den jungen Leuten Tipps zu geben, was sie beim nächsten Mal besser machen könnten. Das fängt beim Bewerbungsfoto an und reicht bis zum Auftreten und den Antworten auf Standardfragen.

Bedeutet Ihr Aufwand auch eine niedrige Abbrecherrate während der Ausbildung?

Bei der Koch Automobile AG werden tatsächlich nur ganz wenige Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst. Eine gute Methode, die Abbrecherrate zu minimieren, ist das Probearbeiten nach einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch. Beide Seiten können schauen, ob sie zueinander passen.

Wie steht es um die Soft Skills?

Soft Skills, also das Verhalten des Azubis neben der reinen Ausbildung, sind bei uns enorm wichtig. Eigenschaften wie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit. Aber wir waren alle mal jung und wissen, dass im Leben eines Jugendlichen noch ganz andere Dinge eine Rolle spielen: der erste Kuss, die erste Beziehung, der erste Liebeskummer, die erste Party. Da kann man auch mal ein Auge zudrücken, wenn der Azubi am Montagmorgen verschlafen hat. Aber das darf nicht zur Regel werden. Wichtig ist, dass wir darüber sprechen. Denn Ehrlichkeit und Offenheit werden bei uns im Unternehmen groß geschrieben.

Kann man sich für den nächsten Ausbildungsstart im September 2015 noch bewerben?

Im Prinzip geht das noch, denn wir schauen uns jede Bewerbung an. Genaue Informationen finden Interessierte auf unserer Internetseite www.autoskauftmanbeikoch.de

Die Koch Automobile AG als eines der größten Automobilhandelsunternehmen der Region Berlin-Brandenburg ist seit über 20 Jahren an derzeit 9 Standorten mit den Marken Mazda, Volvo, Skoda, Citroen und SEAT erfolgreich.