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Veröffentlicht am 02.12.2014

interview

„Wir machen das passende Angebot!“

Unter dieser Überschrift stand Thomas Koch dem Stadtteilmagazin „Die Hellersdorfer“ im Dezember sehr persönlich Rede und Antwort zu seinem Unternehmen und seiner Person. Das Interview führte R. Bekeschus.

Herr Koch, Sie haben mal ganz klein angefangen. Wie ist es Ihnen gelungen, ein mittelständisches Familienunternehmen zu entwickeln?

Zum 280-Mitarbeiter-Unternehmen haben eine ganze Menge von Faktoren geführt, über die wir im Laufe unseres Gesprächs sicher noch reden werden. Das ursprüngliche Autohandelsunternehmen für Mazda gründeten wir im Jahr 1993, mit einem Container in der Marzahner Chaussee. Einige Jahre später, als es in Deutschland erlaubt war, mehrere Marken unter einem Dach zu vereinen, war ich einer der ersten Mehrmarkenhändler in der Bundesrepublik und zu der Zeit einzigartig in Berlin. Heute kennt man das von vielen Autohäusern.

Welchen Vorteil hat ein Mehrmarken-Angebot?

Es ist komfortabel für den Kunden und, wie ich finde, noch etwas familiärer, gemütlicher als etwa eine Automeile. Mit jetzt fünf Marken habe ich meinen eigenen kleinen Konzern geschaffen. Von vornherein drängte es mich, zu bündeln und effizient zu wirtschaften. Wenn man mal rechnet, dass jede Marke durchschnittlich drei Prozent der Interessenten anspricht, dann holen wir mit unseren fünf Marken insgesamt 15 Prozent der Käufer in unsere Filialen. Mittlerweile betreiben wir 21 Häuser an neun Standorten in Berlin und Brandenburg!

Wie wird man so ein Rechner?

Zu DDR-Zeiten habe ich im Außenhandel gearbeitet und dort die Wirtschaft von 14 Ländern beobachtet. Heute interessiert mich der Markt im Umfeld. Unsere lokalen Marktanteile der einzelnen Autohersteller sind höher als der vergleichbare Anteil deutschlandweit.

Mazda, Volvo, Citroën, Skoda, Seat. Was kommt als nächstes?

Die Zusammenstellung der Marken erfolgte nach einer stimmigen Firmenstrategie. Ich sehe zurzeit keinen Bedarf, das Sortiment nochmals zu vergrößern. Ich denke, wir können die Wünsche unserer Kunden bestens erfüllen.

Haben Sie Ihrerseits Wünsche an die Kundschaft?

Mein Wunschkunde ist von Beginn an freundlich. Mehr muss er gar nicht leisten. Alles andere macht das Team in der Filiale. Sobald der Verkaufsberater den Bedarf des Interessenten ermittelt hat, findet er garantiert das passende Auto. Wir alle verstehen uns als Dienstleister, das ist unser Plus. Wir pflegen den Dienst am Kunden, das ist hierzulande nicht immer selbstverständlich.

Wird dies mit Treue honoriert?

Ja, wir haben viele Stammkunden, ich fühle mich glücklich in diesem Punkt. Jede Marke kämpft darum, treue Kunden zu haben, klar. Wir kämpfen als unsere eigene Marke darum, als die Marke Koch Automobile AG.

Wie viele Kunden betreuen Sie?

Es sind 40.000 aktive Kunden. Wir verkaufen 6.000 Fahrzeuge jährlich – davon sind mehr als die Hälfte Gebrauchtwagen – und machen 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Es hat sich herumgesprochen: Autos kauft man bei Koch.

Autoskauftmanbeikoch.de, so heißt auch die Webseite.

Autoskauftmanbeikoch.de führt den Nutzer klar und verständlich zur gewünschten Information. Es lohnt sich, da reinzuschauen. Oder man kommt gleich persönlich vorbei – ob in Marzahn, Friedrichshain, Köpenick, Ahrensfelde oder an einem der fünf weiteren Standorte.

Wer aus Ihrer Familie macht im Unternehmen mit?

Meine Frau ist Floristin und hat fast nichts mit dem Autothema zu tun, darüber sind wir beide ganz froh. Meine Tochter Jenny Koch jedoch hat bei uns gelernt und später studiert. Sie repräsentiert den Nachwuchs im Unternehmen, betreut unsere 50 Azubis – und das macht sie auch sehr gut. In diesem Jahr nahm sie den Ausbildungspreis des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises entgegen. Außerdem wurden wir 2014 von IHK und Handwerkskammer als einer der besten Ausbildungsbetriebe Berlins ausgezeichnet.

Wie muss man sein, um so ein Unternehmen am Laufen zu halten?

Aufrichtig, ehrlich, menschlich, sozial kompetent, aber auch durchsetzungsfähig und risikobereit. Und man muss mit einem enorm hohen Druck leben können. Nicht jeder hat den Mut, zwangsläufig Schulden zu machen, Kredite zu bedienen, dafür persönlich bei den Banken zu haften.

Können Sie die Verantwortung nicht einfach abgeben?

Sehen Sie, alle Autos, die zum Verkauf stehen, ob neu oder gebraucht, gehören mir persönlich. Für die hafte ich alle. Es sind hochwertige Produkte. Ich kaufe Autos und unser großes Team verkauft sie wieder. Das auszuhalten, diesen Druck auszuhalten, ist eine Gabe, für die ich dankbar bin.

Wie halten Sie sich mental fit?

Ich trainiere regelmäßig meinen Geist, lese täglich mehrere Zeitungen, informiere mich über das Weltgeschehen, studiere Fachzeitschriften und Newsletter.

Sie engagieren sich stark lokal. Warum?

Ich helfe gern. Da ich aber jeden Tag mehrere Anfragen zum Sponsoring erhalte, muss ich immer wieder trainieren, „nein“ zu sagen.

Warum haben Sie sich für den 1. FC Union entschieden?

In erster Linie liebe ich Fußball. Mir imponieren aber auch die Werte des Clubs, zum Beispiel der Blick auf die Tradition. Und die Union-Fans sind besonders, haben im Stadion An der Alten Försterei Eigenleistungen erbracht – das gibt’s kein zweites Mal. Und noch etwas: Wir stehen zur Mannschaft, in guten wie in schlechten Zeiten.

Tradition verkörpert auch die Kult-Rockband City.

Sponsoring geht über Sympathie. So war es auch, als ich Bandmitglieder von City persönlich kennenlernte. Diese Musiker sind sich treu geblieben, das gefällt mir. Es ist eine Freundschaft entstanden, die keine Verträge braucht. Die Jungs fahren Autos von uns, darüber mussten wir gar nicht reden. Sie machen es einfach.

Keine Chance für neue Projekte?

Ich wäge genau ab. Aber von zehn Anliegen kann ich höchstes eines bestätigen. Ich beantworte aber jedes Schreiben, jedes.

Sie wohnen in Biesdorf. – Gern?

Ja, wir leben gern dort. Das Grundstück bewohnen wir gemeinsam mit meiner Mutter. Unser Schäferhund bewacht sie und den Hof, wenn wir anderen unterwegs sind.

Mit welchem Auto fahren Sie in den Urlaub?

Ich fahre einen Bus, geräumig genug für meine Patchworkfamilie, die da besteht aus fünf Kindern, drei davon zwar schon aus dem Haus, dafür aber alle mit Anhang, also mit drei Schwiegerkindern dazu und oft ist auch meine Mutter mit an Bord. In diesem Bus genieße ich ein Gefühl von Freiheit und das Zusammensein mit anderen Menschen.

Welche Automarke mögen Sie am meisten?

Ich bin kein Markenfreak, auch nicht bei Klamotten oder anderen Produkten. Die Autohersteller lieben die Koch Gruppe Automobile AG für beste Verkaufszahlen. Die erzielen wir, weil bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht. Seine Bedürfnisse, die Brauchbarkeit seines Fahrzeugs. Und wir verkaufen sehr gut. Wir machen einen guten Job.