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Veröffentlicht am 06.02.2019

Skoda Octavia 60 Jahre

Sechs Jahrzehnte geben dem Octavia Legendenstatus

Der Skoda Octavia feiert den 60. Jahrestag seines Produktionsstarts: Im Januar 1959 rollten die ersten Exemplare dieser legendären Modellreihe im Werk Mladá Boleslav vom Band. Mitte der 1990er-Jahre übernahmen die ersten Octavia der neuen Generation das Erbe des beliebten Kompaktmodells.

Vor 60 Jahren bereicherte der klangvolle Name ,Octavia‘ erstmals das Modellangebot der Marke Skoda. Dass er sich vom lateinischen Begriff ,Octavia‘ ableitet, war kein Zufall. Er bedeutet ,die Achte‘, denn bei dem damaligen Newcomer handelte es sich um das achte Modell der Marke nach dem Zweiten Weltkrieg und zugleich um das achte Skoda Modell mit hochmoderner Einzelradaufhängung rundum, die der Hersteller 1933 eingeführt hatte.

Die ersten zweitürigen Skoda Octavia verließen im Januar 1959 das Stammwerk in Mladá Boleslav, wo sie in den ersten Wochen noch gemeinsam mit den Vorgängermodellen Š 440 und Š 445 produziert wurden. Unter der Motorhaube des Octavia arbeitete ein robuster Reihenvierzylinder mit 1,1 Liter Hubraum und einer Leistung von 29,4 kW (40 PS), der über ein Vierganggetriebe die Hinterräder antrieb. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 110 km/h, der Durchschnittsverbrauch lag bei 7,7 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Das attraktive, fließende Karosseriedesign überzeugte ebenso wie die Fahreigenschaften. Technische Neuerungen wie die Vorderachse mit Spiralfedern und Drehstabstabilisator bescherten dem Octavia einen hohen Fahrkomfort und ein angenehmes Handling. Die Einführung der asymmetrischen Scheinwerfer im Laufe des Jahres 1959 erhöhte die aktive Sicherheit. Als leistungsstärkere Variante stellte Skoda ebenfalls 1959 den Octavia SUPER mit 1,2-Liter-Motor und einer Spitzenleistung von 33 kW (45 PS) vor. Schnell war die Modellreihe Octavia im In- und Ausland sehr gefragt.

Der Auto-Salon in Genf sah am 10. März 1960 die Premiere der Sportlichen Version Skoda Octavia Touring Sport (TS), die mit einer auf 37 kW (50 PS) erhöhten Motorleistung aufwartete. Skoda beantragte beim Automobil-Weltverband FIA die Homologation des TS für Rennen und Rallyes in der Klasse der nicht modifizierten Straßenfahrzeuge – damit war der Weg frei, den bis zu 130 km/h schnellen Zweitürer im MotorSport einzusetzen. Mit Klassensiegen in den Jahren 1961,1962 und 1963 gelang dem Octavia TS der Hattrick bei der Rallye Monte Carlo.

Am 11. September 1960 präsentierte Skoda in Brünn erstmals den Octavia Combi mit einer zweiteiligen, horizontal geteilten Heckklappe. Trotz kompakter Außenabmessungen bot das Fahrzeug selbst bei voller Besetzung mit fünf Personen einen Kofferraum mit einer Ladelänge von 0,965 Metern und einem Volumen von 690 Litern bis zum Dachhimmel. Nach Umklappen der hinteren Rücksitzlehnen ließen sich sogar bis zu 1.050 Liter Gepäck verstauen.

Die zweitürige Limousine wurde bis 1964 gebaut – am 11. April rollte das letzte Exemplar in Mladá Boleslav vom Band. Als direkter Nachfolger trat die völlig neu konstruierte Baureihe Skoda 1000/1100 MB mit selbsttragender Karosserie und Heckmotor an. Der letzte Octavia Combi verließ am 21. Dezember 1971 das Werk Kvasiny. Zwischen 1959 und 1971 entstanden insgesamt 360.000 Skoda Octavia, darunter mehr als 54.000 Kombiversionen.

Der robuste und zuverlässige Octavia lieferte zudem 1966 die technische Basis für das erste in Neuseeland hergestellte Automobil: Der Trekka entstand in enger Zusammenarbeit mit dem tschechischen Automobilhersteller und hatte das verkürzte Chassis des Octavia Super als Basis. Der beliebte Mehrzweckwagen gilt als einer der Vorläufer der aktuellen SUV-Modelle von Skoda.

Spätestens mit dem Debüt des ersten Octavia der neuen Generation wurde der Modellname zum Synonym für die gesamte Marke. 1992 – kurz nach der Eingliederung von Skoda in den Volkswagen Konzern – startete die Entwicklung eines völlig neuen Modells, das auf die legendäre Typbezeichnung zurückgriff. Auf einer modernen technischen Plattform kreierte das Team des damaligen Chefdesigners Dirk van Braeckel eine Karosserie mit unverwechselbarem Design. Die Octavia-Limousine mit großer Heckklappe debütierte am 4. April 1996 und begeisterte auf Anhieb mit einem hohen Niveau an aktiver und passiver Sicherheit. Der Kofferraum für 528 bis 1.328 Liter Gepäck bildete die Grundlage für das besonders großzügige Raumangebot. Im März 1998 ergänzte die noch geräumigere und vor allem auf den europäischen Märkten erfolgreiche Karosserievariante Octavia Combi das Angebot, im Jahre 1999 kam die erste Allradversion dazu. Bis November 2010 entstanden 970.000 Limousinen und mehr als 470.000 Kombis der ersten Octavia-Generation.

Diesen Erfolg toppte die zweite Generation des Skoda Octavia, die zwischen 2004 und 2013 gebaut wurde: 1,6 Millionen Limousinen und 900.000 Kombis fanden einen Abnehmer. Neben dem noch höheren Nutzwert überzeugte diese Generation mit vielen technischen Neuerungen, allen voran die Ottomotoren mit Direkteinspritzung und das automatische Doppelkupplungsgetriebe DSG. Heute bildet die dritte Octavia-Generation das Rückgrat der Modellpalette von Skoda. Sie wird seit November 2012 produziert und erhielt im Februar 2017 eine umfassende Aktualisierung. Für diese Generation haben sich bereits mehr als 2,5 Millionen Kunden entschieden.

Längst hat sich der Skoda Octavia auf vielen Märkten fest etabliert. Über 6,5 Millionen produzierte Fahrzeuge seit 1959 belegen dies eindrucksvoll. Mehr noch: Die Bestsellerbaureihe von Skoda erfreut sich einer immer höheren Beliebtheit im In- und Ausland. In Deutschland liegt er seit Jahren als einziges Importmodell in den Top Ten der Zulassungs-Charts. Außer im Skoda Stammwerk Mladá Boleslav rollt der Octavia aktuell auch in China, Indien, Russland, Kasachstan und Algerien vom Band.